«Hast du was?» von Susanne Niemeyer

Ich mache mir Sorgen

Aus dieser Perspektive habe ich den Satz «ich mache mir Sorgen» noch nie betrachtet. Wohltuend! Diese kurze Geschichte von Susanne Niemeyer. Lies selber …

«Frau Kleinmünzer saß am Frühstückstisch und starrte in ihren Kaffee.

Herr Kleinmünzer, jahrelang geschult im Zusammenleben mit seiner Frau, merkte sofort, dass etwas nicht stimmt.
„Liebes“, fragte er, „hast du was?“
„Ach“, seufzte sie, „ich mache mir Sorgen.“

Herr Kleinmünzer sann ihren Worten eine Weile nach.
„Liebes“, setzte er dann abermals an, „wenn du sagst, du machst dir Sorgen, dann heißt das ja, dass sie noch gar nicht da sind.“

Seine Frau hob ihren Kopf. Sie kannte die sonderbaren Gedankengänge ihres Mannes.
Also fragte sie: „Was willst du damit sagen?“

„Nun“, führte ihr Mann vorsichtig seinen Gedanken weiter, „hast du gern Sorgen?“
„Natürlich nicht!“ Nun wurde es ihr bei aller Liebe aber doch zu bunt.

Doch er hob beschwichtigend seine Hand und fuhr fort. „Du machst also etwas, das du nicht gern hast. Du würdest die Sorgen, sobald sie da sind, sogar am liebsten wieder abgeben.“

„Natürlich! Wer würde das nicht?“

„Ja siehst du, Liebes, ich denke mir nur: wenn man sich etwas macht, das man gar nicht mag und das man am liebsten gleich wieder abgeben wollte, dann ist das nicht besonders logisch. Die Sorgen nützen ja auch gar nichts. Sie stehen einfach groß und breit im Raum und versperren dir die Sicht. Du könntest dir also einen Arbeitsschritt sparen und gar nicht erst anfangen, dir Sorgen zu machen.

Stattdessen könntest du etwas anderes machen. Eine Freude zum Beispiel. Du könntest dir oder mir eine Freude machen. Wäre das nicht viel schöner?“»

© www.freudenwort.de

Ich wünsche dir, dass es dir immer wieder gelingt eine andere Perspektive einzunehmen und damit der Freude in deinem Leben mehr Platz einzuräumen.

Herzliche Grüsse
Gisela Bürgler

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2 Kommentare

  1. Claus Stubenhöfer

    Das kenne ich (angestellt) von meiner Frau (selbständig). Dann sage ich zu ihr: „Statt Sorgen sollte man sich öfter mal Nudeln machen.“

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    • Gisela Bürgler

      Ein gutes Essen kann Sorgen wirklich kleiner machen. Das erlebe ich auch so. Danke Claus für dein Beispiel. Ich wünsche dir und deiner Frau „guten Appetit“ beim Nudeln essen.

      Antworten

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