Worum geht’s beim Kommunikationsquadrat oder dem 4-Ohren-Modell
von Friedemann Schulz von Thun?
Jede Aussage enthält – ob wir wollen oder nicht – vier Ebenen. Das heisst: Wenn ich etwas sage, bin ich vierfach wirksam. Und das macht Kommunikation so komplex – und so spannend.
Diese vier Ebenen sind:
- Sachinhalt: Worüber ich informiere.
- Selbstoffenbarung: Was ich über mich preisgebe.
- Beziehungshinweis: Was ich von meinem Gegenüber halte – und wie ich zu dieser Person stehe.
- Appell: Was ich mit meiner Aussage erreichen möchte.
Ein Beispiel:
Stell dir vor, deine Mitarbeiterin sagt zu dir:
«Immer muss ich am Wochenende arbeiten.»
Was sie damit sagen will, kann sich auf allen vier Ebenen abspielen. Und je nachdem, mit welchem «Ohr» du zuhörst, hörst du etwas anderes.
Was sie sagen könnte:
- Sachinhalt: Ich bin an vielen Wochenenden zum Arbeiten eingeteilt.
- Selbstoffenbarung: Ich bin erschöpft oder frustriert.
- Beziehungsebene: Ich fühle mich unfair behandelt – oder nicht gesehen von dir.
- Appell: Ich wünsche mir Entlastung – bitte ändere etwas.
Was du hören könntest:
- Sachinhalt: Ja, sie arbeitet wirklich oft am Wochenende.
- Selbstoffenbarung: Sie ist es leid, am Wochenende zu arbeiten.
- Beziehungsebene: Sie macht mir einen Vorwurf.
- Appell: Ich muss das ändern!
Und genau hier passiert es schnell: Missverständnisse entstehen – obwohl niemand sie beabsichtigt hat.
Denn wir reagieren nicht auf das, was gesagt wurde – sondern auf das, was wir gehört haben.
Deshalb lohnt es sich, das 4-Ohren-Modell nicht nur zu kennen, sondern im Alltag auch bewusst einzusetzen.
Es hilft, ruhiger zu bleiben. Besser nachzufragen. Und auch mal zu überlegen: Mit welchem Ohr habe ich gerade zugehört – und was macht das mit mir?
Dieses Thema eignet sich sehr gut für einen Workshop. Vielleicht auch für dein Team?
Herzliche Grüsse
Gisela Bürgler